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A multidimensional array with specified length and lower bound for each dimension

03.10. – 20.10.2009

Eröffnung
02.10.2009, 19 Uhr

Nähert man sich Tim Rieckes Installation A multidimensional Array with specified length and tower bound for each Dimension so wird der Betrachter zuerst eine Position finden, dann eine andere. Aber es gibt keine richtige Position. Egal aus wel­cher Position, mit welchem Blick wir der Installation auch begegnen mögen, der Virtuosität unserer Blicke und Wahrnehmungen wird jede Absicht genommen. Der natürlichen Tendenz unserer Blicke zum Schönen, zum Überlegten, wird eine Absage erteilt, eben so als würden unsere Blicke an den Nagel gehängt. Doch im zufälligen flackern und aufleuchten der Brennstäbe (Leuchtstoffröhren) werden dem Betrachter Rhythmen, Muster und Formen gewahr werden. Aber über die Elimination des Designs, das unseren Blicken immer schon eingeschrieben ist, kommen wir bis zum Funda­mentalen: dem Körper, der eigenen visuellen Wahrnehmung.

Wir erkennen Rhythmen, aber wir wissen, dass keine da sind nur Chaos & Zufall. Heute werden Künstler immer nach dem Thema ihrer Arbeit befragt, nach dem Warum, dem Wie. Für Riecke ist das nicht wichtig, man sollte ihm zum Thema keine Fragen stellen. Es ist nicht wichtig. Wichtig ist der Prozess, indem sich die Installation unserer Sinnensysteme bemächtigt und wir erfahren, dass im Zuge unserer Wahrnehmung aus chaotischen Prozessen automatisch Ordnungen, Rhythmen, Muster entstehen. Eine ähnliche Meditation finde ich im Diskurs der Maler, die sehr gut über die Malerei sprechen; wenn Matisse beispielhaft sagt: „Was bei einem Gemälde wichtig ist, ist nicht das Thema, nicht das Motiv; sondern die Anordnung der Dinge um das Motiv herum, die Proportion der Dinge.“ Gleichsam würde ich meinen, dass die Installation A multidimensional Array (…) den Betrachter zum Motiv erhebt, indem sie sich augenblicklich unseres Sinnensystems bemächtigt

Text von Norman Bruckmann

A multidimensional array with specified length and lower bound for each dimension

03.10. – 20.10.2009
Eröffnung: 02.10.2009, 19 Uhr

Nähert man sich Tim Rieckes Installation A multidimensional Array with specified length and tower bound for each Dimension so wird der Betrachter zuerst eine Position finden, dann eine andere. Aber es gibt keine richtige Position. Egal aus wel­cher Position, mit welchem Blick wir der Installation auch begegnen mögen, der Virtuosität unserer Blicke und Wahrnehmungen wird jede Absicht genommen. Der natürlichen Tendenz unserer Blicke zum Schönen, zum Überlegten, wird eine Absage erteilt, eben so als würden unsere Blicke an den Nagel gehängt. Doch im zufälligen flackern und aufleuchten der Brennstäbe (Leuchtstoffröhren) werden dem Betrachter Rhythmen, Muster und Formen gewahr werden. Aber über die Elimination des Designs, das unseren Blicken immer schon eingeschrieben ist, kommen wir bis zum Funda­mentalen: dem Körper, der eigenen visuellen Wahrnehmung.

Wir erkennen Rhythmen, aber wir wissen, dass keine da sind nur Chaos & Zufall. Heute werden Künstler immer nach dem Thema ihrer Arbeit befragt, nach dem Warum, dem Wie. Für Riecke ist das nicht wichtig, man sollte ihm zum Thema keine Fragen stellen. Es ist nicht wichtig. Wichtig ist der Prozess, indem sich die Installation unserer Sinnensysteme bemächtigt und wir erfahren, dass im Zuge unserer Wahrnehmung aus chaotischen Prozessen automatisch Ordnungen, Rhythmen, Muster entstehen. Eine ähnliche Meditation finde ich im Diskurs der Maler, die sehr gut über die Malerei sprechen; wenn Matisse beispielhaft sagt: „Was bei einem Gemälde wichtig ist, ist nicht das Thema, nicht das Motiv; sondern die Anordnung der Dinge um das Motiv herum, die Proportion der Dinge.“ Gleichsam würde ich meinen, dass die Installation A multidimensional Array (…) den Betrachter zum Motiv erhebt, indem sie sich augenblicklich unseres Sinnensystems bemächtigt

Text von Norman Bruckmann